Wie ist ein Grundbuch aufgebaut?

On Juli 8th, 2012, posted in: Grundbuch by

Das Amtsgericht führt ein Grundbuch für alle private Grundstücke eines Amtsgerichtsbezirks. Für jedes einzelne Grundstück wird ein besonderes Grundbuch geführt, das mit einer laufenden Nummer versehen ist. In einem Grundbuchblatt können mehrere Flurstücke verzeichnet sein. Das Grundbuch wird mittlerweile überwiegend elektronisch geführt.

Ein Grundbuch einer Immobilie ist in drei Bereiche untergliedert. Aufschrift, Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen.

Die Aufschrift dient der rechtlichen Identifizierung des Grundstücks bzw. des Wohnungseigentums oder Erbbaurechts. Sie nennt das Grundbuch führende Amtsgericht, den Grundbuchbezirk und die Blattnummer.

Das Bestandsverzeichnis dient der tatsächlichen Kennzeichnung des Grundstücks. Es nennt unter anderem Gemarkung, die Nummer der Flurkarte, die Wirtschaftsart, Größe  und Lage des Grundstücks. Im Bestandsverzeichnis werden außerdem auf Antrag Rechte eingetragen, die mit dem Eigentum an dem Grundstück verbunden sind (z.B. ein Wegerecht an einem fremden Grundstück).

Die erste Abteilung dient der Erfassung der Eigentumsverhältnisse. Die nennt den Eigentümer, die Grundlage der Eintragung, Veränderungen und Löschungen.

Die Zweite Abteilung dient der Erfassung von Lasten und Beschränkungen mit Ausnahme der Grundpfandrechte. Sie nennt die Art der Last und den Begünstigten (Wegerecht eines fremden an meinem Grundstück).

Die Dritte Abteilung dient der Erfassung von Grundpfandrechten (z.B. Hypothek oder Grundschuld). Sie nennt den Geldbetrag des Grundpfandrechts, die Art und Verzinsung des Grundpfandrechts und den Begünstigten (Berechtigten) sowie Veränderungen und Löschungen. Der Begünstigte ist in der Regel die Bank, welche das Darlehen vergibt.

Das Grundbuch genießt öffentlichen Glauben. Jeder der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann, darf Einsicht in das Grundbuch nehmen.

 

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Höhere Zinsen im Grundbuch normal

On Mai 25th, 2012, posted in: Grundbuch by

Es ist ganz gewöhnlich und rechtlich einwandfrei, wenn der im Grundbuch Ihrer Immobilie ausgewiesene Zinssatz deutlich höher ist, als jener der im Kreditvertrag zwischen Ihnen und der Bank vereinbart wurde. Der Zinssatz im Kreditvertrag ist jedoch der entscheidende und für beide Parteien bindende.

Wird das Baufinanzierungsdarlehen von Ihnen als Darlehensnehmer ordnungsgemäß bedient, so müssen Sie sich keine Sorgen machen. Sie zahlen den im Darlehensvertrag vereinbarten Zinssatz. Anders ist es jedoch, wenn Sie die Zahlungen für Ihr Darlehen einstellen und Ihre Immobilie nach erfolgloser Mahnung in die Zwangsversteigerung geht.

Der deutlich höhere Zinssatz von in der Regel 15% – 20%, welcher im Grundbuch zusammen mit der Grundschuld oder Hypothek eingetragen wird, kennzeichnet den Zinssatz den die Bank in Falle einer Versteigerung höchstens beanspruchen darf.

Hier ein Beispiel für Sie:

Die Grundschuld oder Hypothek Ihrer Immobilie beträgt laut Grundbuch 200.000 Euro und der Grundbuchzins 20%. In diesem Fall, darf die Bank um Ihre Schuld und zusätzlich angefallene Kosten zu decken 240.000 Euro aus dem Erlös der Versteigerung erhalten, bevor andere Gläubiger oder Sie von den Erlös bedient werden.

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